Organisatorisches für Studierende

 

 

 

Hausarbeiten

Einige vage Richtlinien für das Verfassen und die Beurteilung von Seminararbeiten

Es hat sich herausgestellt, dass es sich empfiehlt, die Seminararbeiten möglichst zeitnah zum betreffenden Seminar zu verfassen. Im Prinzip sind spätere Abgabetermine zulässig, es besteht jedoch das Risiko, den Themenzusammenhang neu erarbeiten zu müssen. Des Weiteren empfiehlt es sich im Allgemeinen aber im Besonderen für diejenigen, die eine Seminararbeit verfassen möchten, regelmäßig am Seminar teilzunehmen und die entsprechenden Texte gelesen zu haben, da - mutmaßlich - ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen den Teilen/Teildiskussionen/Teilgebieten eines Seminars besteht und das Auslassen entsprechender Teile zu entsprechenden Lücken  und Fehlern in Seminararbeiten führt. Seminararbeiten sind (auch) in ausgedruckter Form (nicht nur als Datei) einzureichen. 

 

Notiz zu Handouts

In einer Reihe von Seminaren ist es eine Bedingung für den Erwerb eines Leistungs- oder eines Beteiligungsnachweises, dass man sich an der Vorbereitung einer Sitzung beteiligt bzw. diese übernimmt (die Vorbereitungsgruppe also aus nur einer Person besteht).
Eine Vorbereitungsgruppe soll nicht einen Text oder ähnliches vortragen, sondern:

  1. ein Thesenpapier/Handout vorlegen, in dem

    1. die wesentlichen Aspekte des jeweiligen Sachproblems oder Argumente einer jeweiligen Kontroverse oder Theorie deutlich dargestellt werden,

    2. evtl. bei der Bearbeitung sich ergebende Klärungen aufgeführt sind (theoriespezifische Begriffe, Hintergrund ...),

    3. Unklarheiten/Schwierigkeiten artikuliert werden, die in der Sitzung zu klären wären,

    4. evtl. weitere Thesen/Einwände zu den vorgestellten Argumenten und Analysen zur Diskussion gestellt werden;

  2. dieses Papier – als Stichwortgeber – anmoderieren;

  3. bezüglich des bearbeiteten Themas als Spezialistenteam ansprechbar sein;

  4. sich bezüglich des Thesenpapiers/Handouts und dessen Länge bzw. Detailberücksichtigung daran orientieren, dieses in einer Seminarsitzung behandeln zu können.

 

Englisch als Wissenschaftssprache

Englisch hat sich als internationale Wissenschaftssprache etabliert. Studierende sollten auf jeden Fall in der Lage sein, englische Fachliteratur  zu verstehen, da die zugrundegelegten Texte - gerade in der Analytischen Philosophie - oft in Englisch sind. Als Übung für wissenschaftliche Publikationen oder Vorträge hilft es sicher, Arbeiten in Englisch zu schreiben und/oder Referate in Englisch zu halten, wobei keines von beiden erwartet wird. Übung schadet auf keinen Fall! Für eine wissenschaftliche Weltsprache sind Akzente irrelevant, ebenso kommt es auf eine wissenschaftliche Darstellung an, nicht auf einen literarischen Stil. Englisch interessiert hier allein als lingua franca der Wissenschaft, nicht weil die Sprache selbst, ihre Literatur oder die Geschichte ihrer Heimatländer ansonsten irgendwie wichtiger/besser/spannender/schöner wäre als die anderer Weltregionen. 

 

Sprechstunden

Im Semester nach Vereinbarung vor oder nach den Lehrveranstaltungen im Geschäftszimmer des Philosophischen Instituts.

 

Aktuelles

Zur Kommunikation im Semester und zur Belegung von Lehrveranstaltungen gibt es mittlerweile das HISLSF. Eine Anmeldung ist zur Belegung und Anmeldung von Leistungsnachweisen erforderlich. Sie ist ansonsten auch sinnvoll, um Terminänderungen und andere wichtige Informationen über Email zu erhalten.

 

Termine

In den Vorbesprechungen der Seminare wird den Teilnehmern auch ein Semesterterminplan ausgehändigt.
Aktuelle Änderungen werden über das HISLSF mitgeteilt.

 

Hörerexemplare

Studierende können Exemplare einiger meiner Bücher zum Autorenpreis bei mir erhalten. Ebenso gibt es einige Restexemplare von älteren Büchern.

 

Lehrveranstaltungen


WS 2011


• 
AS: Douglas Hofstadter, Gödel, Escher, Bach, Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

Gödel, Escher, Bach befasst sich zum einen mit Phänomenen der Selbstreferenz. Diese treten in sehr verschiedenen Bereichen auf. Zum philosophische Allgemeinwissen gehört eine grobe Idee von Gödels Unvollständigkeitstheoremen, die damit zusammenhängen, dass viele formale Systeme bzw. formale Sprachen auch (partiell) über sich selbst reden können, sodass selbstreferentielle Sätze oder sogar Paradoxien auftreten. Die Bilder Eschers sind selbstreferentiell, indem in ihnen auch das Abbilden thematisch wird, oder sogar das Erzeugen von Bildern in Bildern auftritt. Die Musik Bachs spielt mit der musikalischen Form, die sie aufweist, und bildet sie nocheinmal ab. Zentral scheint Selbstbezüglichkeit auch für das Bewusstsein und die Kognition. In Verbindung mit dem ersten Thema (Selbstreferenz) liefert Gödel, Escher, Bach daher auch eine Einführung in die Grundlagen der Kognitionswissenschaften und das Computermodell des Geistes sowie allgemein in die damit zusammenhängenden Theorien formaler Systeme. Hoftstadter erläutert dabei die Sachthemen jeweils auch durch ein kapitelbezogenes literarisches Zwischenspiel. Diese Struktur und die klare Darstellung machten das Buch zu einem äußerst erfolgreichen populären Sachbuch. (Besonders tiefe Logikvorkenntnisse sind daher auch nicht erforderlich.)
Textgrundlage ist die ursprüngliche Fassung (in Deutsch oder Englisch, nach Belieben).

•  AS: Jean Paul Sartre, Das Sein und das Nichts, Freitag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

Das Sein und das Nichts ist der philosophische Klassiker des Existentialismus. Sartres Popularisierungen in einigen kleineren Schriften und in seinen Dramen und Romanen gehen allesamt auf das dort entwickelte System und die entsprechenden Analysen und Thesen zurück. Trotz einiger Ergänzungen in späteren Werken, die insbesondere die fehlende Ethik und politische Theorie betreffen, legt Das Sein und das Nichts die Grundzüge der Philosophie Sartres bis in sein Spätwerk und seine literaturwissenschaftlichen Arbeiten fest.
Neben dieser philosophiegeschichtlichen Bedeutung verbinden sich mit der Lektüre auch eine Reihe systematischer Fragen. Diese reichen von der dort entwickelten Phänomenologie der Zeit über die existenzielle Psychoanalyse, die Sartre als Ersatz der Freudschen Psychoanalyse vorträgt, bis hin zur Aktualität von Sartres Analysen im Lichte eines neuen Interesses an der Phänomenologie des leiblichen Bewusstseins in den Kognitionswissenschaften.


SS 2012


• 
AS: Metalogik und Berechenbarkeit, Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)
BEGINN: 10.4.2012

Das Seminar erarbeitet das Lehrbuch Computability and Logic (5. Aufl. 2007) von George Boolos, John Burgess and Richard Jeffrey. Behandelt werden sowohl Grundbegriffe der Theorie der Berechenbarkeit (wie Turing-Maschinen und rekursive Funktionen) als auch die grundlegenden Themen der Meta-Logik (wie deduktive Vollständigkeit und Unentscheidbarkeit). Das Buch und damit das Seminar stellt insbesondere auch den Zusammenhang dieser Bereiche dar. Dabei werden auch grundlegende Methodiken wie Arithmetisierung und Modelltheorie vorgestellt. Das Buch enthält zwar Kapitel, die kurz noch einmal die Prädikatenlogik Erster Stufe wiederholen, sichere Kenntnisse derselben sind aber eigentlich Voraussetzung zum Verständnis der fortgeschritteneren Themenbereiche.

•  AS: Freges Philosophie der Logik und Mathematik, Freitag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)
BEGINN: 13.4.2012

Frege gilt als einer der Begründer der modernen Logik. In seiner Begriffsschrift treten zum erstenmal die Aussagenlogik und die Prädikatenlogik Erster Stufe als Teilsysteme auf. Frege erreicht dies durch seine neue Theorie der Quantifikation sowie sein grundlegendes Verständnis von Begriff/Funktion und Gegenstand/Argument. Im Gegensatz zu anderen Logikern des 19 Jhdt, (etwa Boole) steht bei Frege dabei die Idee des Formalen Systems und der Formalisierung der (mathematischen) Sprache im Vordergrund. Frege reflektiert daher auch auf die logische Struktur und semantische Unterscheidgungen in der normalen und der idealen Sprache. Auf die dabei zutage tretenden logischen Grundbegriffe sollen alle mathematischen Begriffe zurückgeführt werden - dies ist Freges Programm des Logizismus. Freges diesbezügliche Axiomatisierung der Grundgesetze der Arithmetik (die auch eine Mengenlehre enthalten) ist aufgrund der berühmten Russell Antinomie, die sich in der ursprünglichen Fassung von Freges Buch Grundgesetze der Arithmetik herleiten lässt, etwas in Verruf gekommen. Tatsächlich lässt sich aber in einer korrigierten Fassung des Systems die Reduktion der Arithmetik auf die logischen Begriffe (wie den des Begriffsumfangs und der Korrespondenz) durchführen. Dies nennt man "Freges Theorem".
Das Seminar behandelt Freges Lehre der Definitionen (als Grundlage seiner konkreten logisch-mathematischen Systematisierung), Freges Theorem sowie weitere Themen seiner Philosophie der Logik und Mathematik. Eine genauere Lektüreliste wird in der ersten Sitzung vorgestellt, wahrscheinlich auch ein entsprechender Semesterapparat eingerichtet.
Einen Einstieg und Überblick liefert Franz von Kutschera: Gottlob Frege. Eine Einführung in sein Werk. Berlin, 1989.


WS 2012


• 
AS: Die Logik von Prozessen (Dynamische Logik), Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

•  AS: Russells Philosophie der Logik und Mathematik, Mittwoch, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

 

 


 

(C)  Manuel Bremer